Betreu­tes Woh­nen

The­ra­peu­ti­sche Wohn­ge­mein­schaft Erlan­gen

In der The­ra­peu­ti­schen Wohn­ge­mein­schaft Erlan­gen leben Frau­en und Män­ner, die in der Ver­gan­gen­heit Pro­ble­me mit ille­ga­len und/oder mit lega­len Dro­gen (wie Alko­hol oder Medi­ka­men­ten) hat­ten. Bei uns erfah­ren sie die Sicher­heit und den Rück­halt einer Nach­sor­ge­ge­mein­schaft.

Zu uns kom­men Men­schen, die:

  • zwi­schen 18 – 35 Jah­re alt sind
  • dro­gen- oder alko­hol­ab­hän­gig bzw. mehr­fach­ab­hän­gig (poly­tox) sind
  • aktu­ell sta­bil clean oder tro­cken sind
  • eine sta­tio­nä­re The­ra­pie abge­schlos­sen oder ande­re the­ra­peu­ti­sche Vor­er­fah­run­gen haben
  • die Sicher­heit und den Rück­halt einer the­ra­peu­ti­schen Gemein­schaft suchen
  • den fes­ten Wil­len haben, dro­gen­frei / absti­nent zu leben

Der Weg zu uns

Antrag stel­lenbewer­bungkos­ten

Den Antrag für das Betreu­te Woh­nen wird der Fach­dienst Ihrer The­ra­pie­ein­rich­tung oder der ambu­lan­ten Sucht­be­ra­tungs­stel­le gemein­sam mit Ihnen stel­len. Bit­te beach­ten Sie, dass der Bear­bei­tungs- und Bewil­li­gungs­zeit­raum meh­re­re Wochen in Anspruch neh­men kann! Der zustän­di­ge Kos­ten­trä­ger ist der über­ört­li­che Sozi­al­hil­fe­trä­ger. In Bay­ern über­nimmt die Kos­ten übli­cher­wei­se der Bezirk, in dem Sie vor Beginn der sta­tio­nä­ren The­ra­pie gewohnt haben.

Infor­mie­ren Sie sich bit­te im Ein­zel­fall bei Ihren Therapeut*innen und Ihrem zustän­di­gen Kos­ten­trä­ger!

  1. Schi­cken Sie uns einen Sucht­ver­lauf und Ihre Lebens­ge­schich­te – bei­des aus­führ­lich, nicht tabel­la­risch. Wenn Sie sich noch auf The­ra­pie befin­den, schrei­ben Sie bit­te auch einen The­ra­pie­ver­lauf. Erklä­ren Sie in Ihrer Bewer­bung, war­um Sie eine Nach­sor­ge machen möch­ten und wel­che Zie­le Sie für die­sen Zeit­raum haben.
  2. Sobald wir Ihre Bewer­bung gele­sen haben, bekom­men Sie einen per­sön­li­chen Vor­stel­lungs­ter­min (ent­we­der per Post oder tele­fo­nisch). Ant­wor­ten wir nicht inner­halb einer Woche, kön­nen Sie ger­ne tele­fo­nisch nach­fra­gen, ob Ihre Bewer­bung ange­kom­men ist.
  3. Anschlie­ßend folgt ein Vor­stel­lungs­ter­min in der Grup­pe mit Pro­be­über­nach­tung. Am nächs­ten Mor­gen füh­ren wir mit Ihnen ein per­sön­li­ches Gespräch. Die Bewoh­ner haben Mit­spra­che­recht bei der Auf­nah­me­ent­schei­dung.
  4. Eini­ge Tage spä­ter tei­len Sie uns mit, ob Sie Ihre Bewer­bung auf­recht­erhal­ten und wir geben unse­re Ent­schei­dung bekannt.
  5. Der Ein­zug ist dann zum ver­ein­bar­ten Zeit­punkt (for­ma­le Vor­aus­set­zung: Kos­ten­zu­sa­ge des zustän­di­gen Trä­gers) mög­lich.

Betreu­ungs­kos­ten

Für die Betreu­ungs­kos­ten muss bei Ein­zug in die The­ra­peu­ti­sche Wohn­ge­mein­schaft eine Kos­ten­zu­sa­ge des zustän­di­gen Kos­ten­trä­gers vor​lie​gen​.Im Regel­fall wer­den 100% der Kos­ten über­nom­men. Vor­her wird jedoch geprüft, ob und wie­viel Ein­kom­men und Ver­mö­gen Sie besit­zen. Sofern das Ein­kom­men und/oder Ver­mö­gen einen gewis­sen Frei­be­trag über­stei­gen, müs­sen Sie sich an den Betreu­ungs­kos­ten betei­li­gen.

Unter­kunfts­kos­ten

Die Mie­te beträgt (unab­hän­gig von Zim­mer­grö­ße) 450,00 € monat­lich. Dar­in sind alle Neben­kos­ten sowie Strom und Hei­zung ent­hal­ten. Eine Kau­ti­on in Höhe von 100,00 € ist zu hin­ter­le­gen. Für den Schlüs­sel ist ein Pfand von 30,00 € fäl­lig. Die­se Kos­ten müs­sen Sie selbst auf­brin­gen, ent­we­der durch Ein­kom­men, durch Arbeit oder Sie bezie­hen Leis­tun­gen wie ALG I, II oder ande­re Sozi­al­leis­tung

Infos

Das Betreu­te Woh­nen in der TWG

Die Auf­ent­halts­dau­er in der TWG rich­tet sich nach dem Zeit­raum der Kos­ten­zu­sa­ge. The­ra­peu­tisch sinn­voll sind etwa 12 Mona­te. Eine Ver­län­ge­rung auf bis zu 24 Mona­te ist mög­lich.

Unter­stüt­zung erhal­ten Sie unter ande­rem in fol­gen­den Berei­chen

  • Ein­üben einer Tages­struk­tur
  • Fin­den Ihres Weges in die Selbst­stän­dig­keit
  • Über­nah­me von Ver­ant­wor­tung für das eige­ne Leben und sei­ne Umwelt
  • Arbeits­su­che, Aus-/Wei­ter­bil­dung, Umschu­lung
  • Woh­nungs­su­che
  • Ämter­gän­ge und Brief­ver­kehr
  • Bezie­hungs­ge­stal­tung
  • Akti­ve Frei­zeit­ge­stal­tung
  • Umgang mit Stress
  • Eigen­stän­di­ge Haus­halts­füh­rung
  • Finan­zi­el­le Ange­le­gen­hei­ten / Schul­den
  • Umgang mit Sucht und Rück­fall­ge­fahr (Rück­fall­prä­ven­ti­on)
  • Kon­takt­auf­nah­me zu Selbst­hil­fe­grup­pen

The­ra­peu­ti­sche Ange­bo­te

  • The­ra­peu­ti­sche Grup­pe
  • Lebens­prak­ti­sche Grup­pe
  • Sozia­les Kom­pe­tenz­trai­ning
  • Ein wöchent­li­ches Ein­zel­ge­spräch und Gesprächs­an­ge­bo­te nach Bedarf
  • Kri­sen­prä­ven­ti­on und –inter­ven­ti­on

Wei­te­re Ange­bo­te

  • Beglei­tung im All­tag
  • Sport­grup­pe
  • Unter­neh­mun­gen und Aus­flü­ge (nach Abspra­che)
Das Betreu­te Ein­zel­woh­nen

Im Anschluss an Ihren Auf­ent­halt in unse­rer Wohn­ge­mein­schaft kön­nen Sie in das Betreu­te Ein­zel­woh­nen wech­seln. Das bedeu­tet:

  • Sie leben in Ihrer eige­nen Woh­nung in Erlan­gen und Umge­bung
  • Im Ide­al­fall haben Sie Arbeit
  • Sie gestal­ten Ihr Leben selb­stän­dig
  • Nach wie vor sind Sie dro­gen- und alko­hol­ab­sti­nent (Kon­trol­len fin­den statt)
  • Wöchent­lich haben Sie ein Ein­zel­ge­spräch
  • Ein­mal in der Woche neh­men Sie in der Regel an einer Grup­pe teil, zusam­men mit den ande­ren WG-Bewohner*innen
  • Die WG steht Ihnen wei­ter­hin offen, die Ablö­sung in ein Leben ohne the­ra­peu­ti­sche Beglei­tung erfolgt in Ihrem Tem­po

Die Dau­er des Betreu­ten Ein­zel­woh­nens ori­en­tiert sich an der Kos­ten­zu­sa­ge des Trä­gers. In der Regel ist ein Zeit­raum von 6 Mona­ten aus­rei­chend und ange­mes­sen.

Was uns wich­tig ist
  • Eigen­ver­ant­wor­tung, d.h. SIE ent­schei­den wo es lang­geht und SIE tra­gen die Ver­ant­wor­tung für Ihr Leben
  • Ein­zig­ar­tig ist jeder Mensch, daher auch jeder Lebens­weg. Wir geben Ihnen einen Rah­men, in dem Sie sich ent­fal­ten kön­nen. Indi­vi­dua­li­tät und Fle­xi­bi­li­tät sind wich­tig – trotz­dem wer­den unse­re Regeln kon­se­quent ein­ge­hal­ten
  • Geschützt, d.h.: kei­ne Gewalt! Kein Alko­hol! Kei­ne Dro­gen!
  • Frei­wil­lig­keit: Sie möch­ten etwas errei­chen? Wir beglei­ten Sie
  • Bezie­hung ist das A und O – wir unter­stüt­zen Sie, bis Sie sich sicher füh­len
  • Fami­li­är: Gemein­schaft, gegen­sei­ti­ge Sor­ge und Acht­sam­keit sind tra­gen­de Ele­men­te unse­res Ange­bots

Kon­trol­le: Dro­gen- und Alko­hol­tests wer­den unre­gel­mä­ßig und unan­ge­kün­digt zu jeder Tages- und Nacht­zeit durch­ge­führt. Wir fin­den mit Ihnen zusam­men einen Rah­men, der Ihnen so viel Frei­heit wie mög­lich und so viel Kon­trol­le wie nötig bie­tet.

Das Team

Ansprech­part­ner für alle Belan­ge rund um die TWG:

  • Ulri­ke Wei­de­mann, Sozi­al­päd­ago­gin B.A.
  • Kon­rad Wied­mer, Sozi­al­päd­ago­ge B.A.
  • Jana Benabur­ger, Diplom Sozi­al­päd­ago­gin (FH), (bis 2020 in Eltern­zeit)

Ver­ant­wort­li­che Lei­tung der Sport­grup­pe mit gesund­heits­ori­en­tier­ter Ziel­set­zung:

  • Jörg Stö­ckert, Diplom Sport­leh­rer, Per­so­nal­trai­ner

Die TWG Erlan­gen ist eine Koope­ra­ti­on der Dro­gen- und Sucht­be­ra­tung Stadt Erlan­gen mit dem Ver­ein The­ra­peu­ti­sche Wohn­ge­mein­schaf­ten Erlan­gen e.V.. Unser Dach­ver­band ist der Pari­tä­ti­sche Wohl­fahrts­ver­band Bay­ern.

Die Wohn­ge­mein­schaft TWG

Die Wohn­ge­mein­schaft besteht aus 6 unter­schied­lich gro­ßen Zim­mern für die Bewohner*innen. Die Zim­mer ver­fü­gen über eine Grund­aus­stat­tung und kön­nen indi­vi­du­ell gestal­tet wer­den. Eige­ne Möbel kön­nen – nach Abspra­che – mit­ge­bracht (oder ein Teil im Kel­ler unter­ge­stellt) wer­den. Dar­über hin­aus ste­hen gemein­schaft­lich genutz­te Räu­me zur Ver­fü­gung – Wohn­zim­mer mit angren­zen­dem Ess­be­reich, 2 Bade­zim­mer, Küche mit Abstell­raum und eine gro­ße Dach­ter­ras­se.  Wasch­ma­schi­ne, Trock­ner oder Wäsche­stän­der, Kühl­schrän­ke, Bett­wä­sche u.ä. wer­den zur Ver­fü­gung gestellt. Ein gemein­schaft­lich genutz­tes Tele­fon und Inter­net­an­schluss sind vor­han­den.